>
Preisträger*innen Architektur
Lädt …

Preisträger Architektur

Lina Ghotmeh

Lina Ghotmeh ©Hannah Assouline

Preisträgerin

Wenn man heute baut, dann ist es überlebenswichtig zu verstehen, dass man sich notwendigerweise immer in einem System von Beziehungen befindet“. So lautet das Credo der Architektin Lina Ghotmeh, die sich in dieser Debatte mit engagierten Statements, mit ihren Bauten und im Rahmen ihrer Lehre zu Wort meldet. Nachdem sie bei Norman Foster und bei Jean Nouvel gearbeitet hat, unterrichtete sie an der École Spéciale, der konzeptionellsten der Pariser Architekturschulen, die von Paul Virilio geprägt worden war.

Aufgewachsen ist Ghotmeh in Beirut, dort studierte an der American University. Die Zeit im Libanon kurz nach dem Bürgerkrieg hat sie geprägt. In ihrer Methodik als Architektin plädiert sie für eine möglichst präzise „Archäologie der Zukunft“ als Ausgangspunkt jedes Projekts. Sie versteht darunter, Bestehendes erst genau zu analysieren, es auf seine – auch schmerzhaften – Bedeutungen abzuklopfen + diese dann mit der sozialen und politischen Lebensrealität vor Ort neu zu verknüpfen.

 

TEd’A Arquitectes

Irene Perez i Jaume Mayol ©Hisao Suzuki

Nominiert

Irene Pérez Piferrer und Jaume Mayol Amengual ziehen die Evolution der Revolution vor. Regionale Identitäten verteidigen sie gegen globalen Uniformismus. Die mallorquinische Handwerkstradition führen sie repetitiv weiter und entwickeln eine (bau-)kulturelle Position gegen naive Technikbegeisterung – weit davon entfernt, nostalgisch zu agieren.

Ohne Nostalgie, ohne selbstverherrlichendes Pathos zeigt die Arbeit von TEd’A Arquitectes, wie respektvoll die Synthese von Kontexten überall möglich ist. TEd’A Arquitectes steht im Einklang mit ähnlichen Architekten, die ihnen vorausgingen und bieten einen Ansatz, der ihr Dasein und Handeln als zeit- und aufgabenspezifisch sowie allgemein und transzendent versteht.

Xu Tiantian/DnA_Design and Architecture

Xu Tiantian

Nominiert

Xu Tiantian eröffnete 2003 ihr eigenes Architekturbüro in Peking. Seit 2014 entwickelte sie mit der Regionalverwaltung von Songyang und lokaler Wirtschaft eine neue Strategie aus kleinmaßstäblichen architektonischen Interventionen, von der vor allem ländliche Räume profitieren.

Die Eingriffe von DnA streben eine Interaktion zwischen ruralen und urbanen Eigenschaften an. Wie ein Netz aus Akupunkturen verteilen sich die Projekte in der Region. Sie aktivieren die lokale Wirtschaft, stärken die kulturelle Identität und tragen Sorge für Umwelt und Gemeinschaft.

Rotor Architects

Preisträger

Das 2005 gegründeten Kollektiv arbeitet an der Neugestaltung des Materialeinsatzes in Architektur und Bauwesen, denn die große Aufgabe der Architektur liegt zukünftig nicht mehr im Neubau, sondern im Um-und Weiterbau, heißt es oft. Aber was bedeutet das genau und welche Konsequenzen müsste diese Analyse für die Architekturdisziplin haben? Niemand hat das in den letzten Jahren so breit und intensiv erprobt wie das Büro Rotor. Wie der Name schon andeutet, geht es dabei um Kreisläufe, konkret um Materialkreisläufe.  Gemeinsam mit einer Juristin haben sie ein „Vademekum für eine Wiederverwendung von Baumaterialien“ erarbeitet. Der Leitfaden verbindet eine genaue Untersuchung der legalen Rahmenbedingungen mit den praktischen Erfahrungen, die Rotor im Laufe der Jahre bei der Wiederverwertung von Bauelementen gemacht hat.

ANTONAS Office

Nominiert

 Aristide Antonas gilt international als einer der intellektuell versiertesten Akteure in der aktuellen Debatte um eine kulturkritische Theoriebildung für das derzeit fragile Europa.

Eine große Herausforderung in der gegenwärtigen Diskussion um Architektur und Stadt ist die kritische Auseinandersetzung mit zunehmend stärker werdenden neoliberalen Okkupierungsmechanismen in Europa. Aristide Antonas, griechischer Architekt und Philosoph, war einer der Ersten, die sich aktiv mit dieser komplexen Situation auseinandersetzt haben und nach dem Potential gesucht haben, beispielsweise mit Fokus auf konkrete Fragestellungen des sozialen Wohnungsbaus oder der Privatisierung von öffentlichen Räumen in Griechenland.

Frühere Preisträger*innen