Preisträger

Alexander Rapp

Anerkennung

 

„Region. Architektur. Identität _ Strukturentwicklung durch architektonische Intervention“

Die Masterthesis von Alexander Rapp setzt sich mit ihrer theoretischen und praktischen Ausarbeitung sehr feinsinnig und pointiert mit dem bekannten Phänomen des strukturellen Wandlungsprozesses ländlicher Regionen auseinander. Er wählt dazu beispielhaft die sächsische Kleinstadt Glashütte im Erzgebirge. Deren nachweislicher Bevölkerungsrückgang, deren Leerstand und Sanierungsbedarf im Gebäudebestand und deren gleichzeitig noch immer vorhandene Tradition der Uhrenindustrie boten die geeignete Ausgangslage neben gesellschaftlichen Veränderungen auch mittels architektonischer Interventionen die Tradition einer alten Handwerkstradition im Zusammenhang mit einer neuen Uhrmacherschule und Lehrwerkstätten neu aufleben zu lassen. Dieser für die Region naheliegende und identitätsstiftende neue Ankerpunkt bietet neben einer städtebaulichen Neuordnung des Innenstadtbereichs auch die Chance mittels einer ausdrucksstarken Architektur das Uhrmacherhandwerk und Uhrenmanufakturen wieder stärker im Bewusstsein der Region und darüber hinaus zu verankern.

Die Arbeit wurde von Prof. Ludwig Wappner und Prof. Riklef Rambow betreut.

Jonathan Heid

Anerkennung

Die Masterarbeit „Bewusstsein Bauen – Ein Zentrum für das Neue Europäische Bauhaus“

von Jonathan Heid steht mit ihrem Themenkomplex und ihrer Standortwahl im direkten Kontext des fortschreitenden Klimawandels und des gleichzeitigen überdurchschnittlichen Verbrauchs endlicher Ressourcen. Als Testlabor für praktische Anwendungen und als Ort für wissenschaftliche Untersuchungen wählt Heid vier Gebäude auf dem Campus Süd des KIT, die bereits seit einigen Jahren aufgrund hoher Schadstoffbelastungen leer stehen und exemplarisch genutzt werden können. Der von ihm ausgewählte Gebäudekomplex ist ein stadtbildprägendes Ensemble in unmittelbarer Nachbarschaft zum Karlsruher Schloss. Die Arbeit zeichnet sich durch eine hohe Fachkompetenz in der Anwendung von Sanierungs- und Kreislaufstrategien für das Gebäudeensemble aus und überträgt diese Fähigkeiten gleichermaßen auf die sich bietenden Nachverdichtungspotenziale und das architektonische Erscheinungsbild im Inneren wie im Äußeren der sanierten Forschungsgebäude.

Die Arbeit wurde von Prof. Ludwig Wappner und Prof. Dirk Hebel betreut.

 

Silvi Kociu

Preisträgerin

 

Den mit 2000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt Silvi Kociu für ihre Masterarbeit „Sanddeponierung im Hamburger Spreehafen“.

Silvi Kociu zeigt in ihrer Arbeit, wie die Unterhaltungsarbeiten in den Hamburger Schifffahrtskanälen genutzt werden können, um eine neue Landschaft für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Den zur Aufrechterhaltung der Schifffahrt aus den Kanälen ausgebaggerte Sand nutzt sie zur Schaffung eines kohabitativen Ökosystems bestehend aus einem Lebensraum für Tiere und einem natürlichen Freizeitbad.
Die Arbeit spannt gekonnt einen weiten kulturellen Bogen von den Anfängen der Landnahme durch den Menschen bis hin zu dem von Kociu geforderten Rückzug des Menschen aus strategisch ausgewählten Gebieten. Die von ihr vorgeschlagenen architektonischen Objekte sind Variationen typischer Hafeninfrastrukturen wie Kranbahnen und Förderbänder.
Die Arbeit wurde von Prof. Simon Hartmann und Prof. Christian Inderbitzin betreut.

SummaCumFemmer Architekten

SummaCumFemmer Architekten
Anne_Femmer_Florian_Summa©privat nominiert

Nominiert

Das junge Leipziger Architekturbüro SummaCumFemmer besteht seit 2015 aus den beiden Gründern und Ehepartnern Florian Summa und Anne Femmer. Ihr bisher gebautes Oeuvre ist noch klein, hat aber einiges an Furore verursacht.

Zusammen mit Juliane Greb haben sie einen sehr bemerkenswerten Wohnungsbau im Münchner Stadtteil Riem errichtet, der als Wegweiser für das künftige bezahlbare und zukunftsfähige innerstädtische Wohnen für alle interpretiert werden kann.

 

 

 

 

 

LaCol Cooperativa

LaCol Cooperativa
LaCol©LaCol, nominiert

Nominiert

LaCol Cooperativa nominiert für den Schelling Architekturpreis 2022

 

LaCol Cooperativa sind so etwas wie die neuen Meister*innen des kooperativen Wohnungsbaus in Barcelona, und sind auch selbst als Kooperative und Arbeitsgemeinschaft organisiert. LaCol haben das barcelonesische Wohnungsbau-Panorama in den letzten Jahren entscheidend mitgeprägt und auf ihre Weise verändernd beeinflusst, um nicht zu sagen ein bisschen revolutioniert.

Fünf Prinzipien liegen dem La Borda-Projekt im Entstehungs- und im Nutzungsprozess zugrunde: die autopromoción oder Eigenwerbung und direkte Beteiligung aller Partner, die Nutzungsüberlassung in Erbpacht, die Förderung des gemeinschaftlichen Lebens und die Stärkung der Beziehungen zwischen den Bewohner*innen, Nachhaltigkeit im Hinblick auf Energieverbrauch, Größe der Wohnungen und Verzicht auf Parkplätze und schließlich die Bezahlbarkeit, in der die Genossenschaft auch eine Alternative für Geringverdiener ist.

Das Kollektiv trägt zweifelsohne dazu bei, eine Metropole wie Barcelona, in der die Mieten unter Spekulationsdruck stetig steigen und der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum immer schwieriger wird, ein Stück bewohnbarer zu machen.

Frühere Preisträger*innen