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ANNE LACATON
  & JEAN PHILIPPE VASSAL |
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Anne Lacaton und Jean Philippe Vassal gehören zu den wichtigen Repräsentanten der vielfältigen und spannenden
zeitgenössischen französischen Architekturszene und eröffnen eine neue Position in der internationalen Architekturdebatte.
Sie schaffen mit hoher ökonomischer und sozialer Verantwortung atmosphärisch dichte, menschliche Räume. Das
Architektur-
zentrum Wien wurde schon früh auf ihre Arbeiten
aufmerksam.
Lacaton & Vassal sind die wahrscheinlich radikalsten Architekten unserer Zeit. Ihre Radikalität ist nicht von der
Erfindung neuer Formen getrieben, sondern von der permanenten Frage nach dem adäquaten Einsatz materieller
Mittel
zur Erreichung optimaler Atmosphären. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sie bei jeder Bauaufgabe, vom
einfachen,
billigen Einfamilienhaus bis zum Luxushotel immer das reichste räumliche Angebot als Ziel im Auge
behalten. Dabei
befreien sie sich auf eine grundsätzliche Art und Weise von allen herkömmlichen Bildern und
Vorstellungen und
versuchen ständig, die geübten Konventionen zu hinterfragen. Es ist in einer Zeit, in der Architektur vor
allem als
Produzent von spektakulären Bildern gesehen wird, geradezu provokativ, wenn die Verweigerung dieser Bilder
als Lösung propagiert wird. Lacaton & Vassal wurden 2000 zum französischen Beitrag der Architekturbiennale in Venedig
eingeladen. Diese hatte das Motto "Less esthetics - more ethics“. Lacaton & Vassal wollten für das Budget des Beitrags
Wasserpumpen für Afrika ankaufen und dies im Beitrag nur dokumentieren. Das war für die Verantwortlichen zuviel
"ethics“ - der Beitrag wurde abgesagt.
Ebenso radikal wie ihre architektonische Position ist auch ihre Arbeitsmethode. Nichts wird zeichnerisch erfasst:
Skizzen könnten sie selbst und später einmal die Bauherren dazu zwingen, an ersten Bildern festzuhalten. Sie arbeiten
auch nicht mit Modellen, da diese den Blick von außen erzwingen und zu skulpturalen Lösungen animieren könnten.
Vielmehr erweitern sie ständig ihre Arbeitsmethoden, forschen nach neuen Techniken und Wegen für die jeweils
gestellten Projektanforderungen.
Dietmar Steiner
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Anne Lacaton
Born: 8/2/55, Saint Pardoux
(Dordogne) France
Diploma Architecture School
of Bordeaux, France, 1980
Diploma of Town Planning,
University of Bordeaux, 1984
Visiting Professor at Architec-
ture School of Lausanne,
2003-2004, 2005-2006
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Jean Philippe Vassal
Born: 2/22/54, Casablanca,
Marocco
Diploma Architecture School of
Bordeaux, France, 1980
Architect & Townplanner in
Niger (W Africa), 1980-1985
Professor at Architecture
School of Versailles since
2002, Bordeaux, 1992-1999
Visiting Professor at Düsseldorf
University of Applied Sciences
(Peter Behrens School of Ar-
chitecture), summer semester
2005 |
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| Architektur Theorie Preis 2006 |
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WERNER SEWING
Architektur-und Stadtsoziologe,
Architekturtheoretiker, Berlin |
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Werner Sewing darf gegenwärtig als international einflussreichster, wichtigster deutschsprachiger Architektur- und
Stadttheoretiker gelten. In England, in den USA und in China stoßen seine Analysen und Thesen zu Architektur und
Städtebau auf ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, das - umgekehrt - seinem teilnehmenden Interesse an
internationalen Entwicklungen zu danken ist. Während hierzulande geführte Diskurse oft in nationaler Enge ersticken
gelingt es ihm, größere Zusammenhänge mit ökonomischem, politischem, wirtschaftlichem und soziologischem Wissen
herzustellen. Dabei bügeln seine Argumentationen mit Internationalität oder Disziplinen übergreifenden Ansätzen gerade
nicht das Themenspektrum glatt. Im Gegenteil: Sie dienen dazu, die Einflüsse aus verschiedenen Kulturkreisen und
Fachbereichen akribisch zu präzisieren.
Von kaum zu überschätzendem Wert ist Werner Sewings Engagement seit dem Fall der Mauer. In Berlin durch und
durch urbaner Existenz verpflichtet, blieben seine Analysen und Kommentare zu Stadtentwicklung und Architektur in der
Hauptstadt unabhängig von allen beteiligten Interessensgruppen - Lobbyisten, Politiker, Planer und Architekten durften
in ihm nie einen instrumentalisierbaren Verbündeten suchen. Seine rhetorische Kraft ist gefürchtet. Konsens in jeglicher
Form ist ihm als Architektur- und Stadttheoretiker, dessen Denken an Niklas Luhmann und später noch mehr an Max
Weber geschult worden ist, suspekt. Er ist nicht radikal, sondern eigenständiger Erkenntnis zwischen Pop und
Hochkultur verpflichtet.
Wenn ein "New Urbanism" als Verheißung aus Amerika importiert wird, entlarvt Werner Sewing mit profunden
Kenntnissen den Begriff als ästhetischen und sozialen Etikettenschwindel und hierzulande als Nobilitierungsversuch
eines reaktionären Traditionalismus. Streitlustig analysiert er alles hinter den Bildern, mit denen Stadtplanung und
Architektur im Zuge eines fragwürdigen "iconic turn" reüssieren - und zollt dennoch den Architekten in ihrer
gestalterischen Kompetenz Respekt. In seinem sprachgebundenen Engagement manifestiert sich die Notwendigkeit
zeitgenössischer Architekturtheorie aufs Beste.
Ursula Baus
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geboren 2. Jan. 1951 in Bielefeld
1969 - 1975 Studium der Soziologie, Geschichte,
Politikwissenschaft und Psychologie Universität Bielefeld
und Berlin
1975 - 1992 Lehre in allgemeiner
Soziologie an der Freien
Universität Berlin. Lehre der
politischen Soziologie und der
Stadtsoziologie an der
Technischen Universität Berlin
1992 bis1995 Dozent für
Stadtsoziologie und
Architektursoziologie an der
Hochschule für Architektur und
Bauwesen in Weimar
1995 bis 2001 Wissenschaftlicher
Assistent für Architektursoziologie
an der TU Berlin |
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Gastprofessor für Architekturgeschichte
an der University of California in
Berkeley Spring Term 2000
2001-2002 Gastkritiker an der A A
London (2001) und am Bauhauskolleg
Dessau
SS 2004 Alcatel/SEL- Gastprofessor am Internationalen Zentrum für Kultur- und
Technikforschung der Universität
Stuttgart
SS 2004 Gastprofessor für Geschichte
und Theorie der Architektur und Stadt
an der Technischen Universität
Braunschweig
2002/03 - 2005 Gastprofessor für
Architektursoziologie und
Architekturtheorie an der Universität der Künste in Berlin
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seit 2003 Dozent für
Stadtsoziologie im Weiterbildenden
Studiengang Real Estate
Management der Technischen
Universität Berlin
Mitglied im Wiss. Beirat der Reihe
"Bauwelt Fundamente", ständiger
Mitarbeiter der Zeitschrift Arch+
Präsidiumsmitglied im Konvent der
Stiftung Baukultur,
Außerordentliches Mitglied im BDA
Berlin, Wiss. Beirat der IBA Fürst -
Pückler - Land, Wiss. Beirat der
Design-Biennale Kortrijk, Belgien. |
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