Erich Schelling Erich Schelling Architekturpreis
ERICH SCHELLING         ARCHITEKT + LEHRER         1904 - 1986
Erich Schelling wurde am 11. September 1904 in Wiesloch bei Heidelberg geboren. Seine
schulische Ausbildung erhielt er in Karlsruhe, wo er von 1924 bis 1928 sein Studium am
damaligen Staatstechnikum, der späteren Fachhochschule (FH), absolvierte. Zuvor hatte
Schelling die Gesellenprüfung als Bauzeichner abgelegt und in einem Baufachgeschäft
gearbeitet. Diese Nähe zur unmittelbaren Praxis des Baugewerbes sollte für sein gesamtes
Schaffen als Architekt prägend bleiben und nicht zuletzt auf die Gestaltung seines bekannt-
esten Bauwerks, der Schwarzwaldhalle in Karlsruhe, Einfluss haben.
Nach dem Staatsexamen und nach ersten Erfahrungen als freier Architekt holt Schelling 1930
das Abitur nach, um anschließend ein zweites Studium an der Technischen Hochschule (TH),
der heutigen Universität Karlsruhe, aufzunehmen, das er im Mai 1933 mit Auszeichnung ab-
schließt. Im gleichen Monat übernimmt er die Leitung des Architekturbüros von Hermann Alker,
bevor er sich 1937 selbständig macht; es ist das Jahr seiner Berufung auf einen Lehrstuhl für
Architektur am Staatstechnikum Karlsruhe. 1942 wird Schelling von seinen Hochschulverpflicht-
ungen beurlaubt, um Planungs- und Bauaufgaben im Elsass wahrzunehmen. In diese Zeit fällt
der Aufbau eines zweiten Architekturbüros in Straßburg. Zu seinen Aufgaben dort gehört der
Neubau eines Verwaltungsgebäudes und die Umgestaltung der Senatssitzungssäle der
Universität Straßburg.
Nach dem Krieg, dessen Auswirkungen im Januar 1945 die Schließung beider Büros notwendig
machten, nimmt Schelling schon bald seine Tätigkeit wieder auf. 1949 erhält er einen ersten
Großauftrag aus der Industrie, den Wiederaufbau der FAG Kugelfischer-Werke in Schweinfurt.
Bis 1960 entstehen dort nach seinen Plänen das Gebäude der Hauptverwaltung und andere
Bauten.
Mit der, in nur 8 Monaten geplanten und fertig gestellten, Karlsruher Schwarzwaldhalle (1953)
hat Erich Schelling Baugeschichte geschrieben. Sie hat die erste parabolide Hängedachkon-
struktion aus Spannbeton in Europa und ist das mustergültige Beispiel einer auf Material ger-
echtigkeit bedachten, klarer und einfacher Gestaltung verpflichteten, sachlichen und zugleich
ästhetisch anspruchsvollen Architektur, die mit oftmals subtilen Mitteln das bauliche Erscheinungs-
bild der jungen Bundesrepublik prägte.
Ab 1955 war er mit der Grundplanung und Entwicklung des Generalbebauungsplans des Kern-
forschungszentrums Karlsruhe betraut, in dem er später auch viele Gebäude wie z.B. den
Forschungsreaktor, das Zentralgebäude, die Schule für Kerntechnik, das Fachinformations-
zentrum, die Hauptwache sowie verschiedene weitere Betriebs- und Laborgebäude als Architekt
bis zu seinem Tode verwirklichte
Mit seinen Bauten prägte er das Gesicht der Stadt Karlsruhe. Im Werksverzeichnis sind diese
Bauten dokumentiert. So zum Beispiel mit der Erweiterung des Bundesgerichtshofes, dem Hoch-
haus der LVA, der Nancyhalle. Es schließt auch den Bau des Theaters in Schweinfurt sowie das
französische Forschungszentrum mit dem Institut "Max von Laue - Paul Langevin" mit dem
Hochflussreaktor ein.
Einige seiner Bauten, wie etwa das Theater in Schweinfurt, die Handwerkskammer und das Hoch-
haus der LVA in Karlsruhe sind inzwischen vorbildlich renoviert. Darüber hinaus sind einige
seiner Bauten; so die Schwarzwaldhalle, Nancyhalle, Handwerkskammer und LVA-Gebäude
als Kulturdenkmal in das Denkmalbuch eingetragen.